Trainerin: Anke Glaeser

Reach for the sky

 

Ein sehr bewegtes Jahr liegt hinter uns Trampolinern, mit ungewohnten Herausforderungen für alle. Noch Anfang Januar gab es einen randvoll gespickten Terminkalender. Lediglich zwei oder drei Wochenende in 2020 waren komplett frei, also keiner irgendwo auf Wettkampf, Kadersichtung, Fortbildung oder Trainingslager. Und jetzt am Ende? Bis auf zwei Monate waren wir in diesem Jahr kaum unterwegs. Ungewohnt viel Freizeit. Gleich zu Beginn des Jahres haben wir Insa nach Neuseeland verabschiedet. Sie war dort im Rahmen eines Schüleraustausches für mehrere Monate. Glücklicherweise ging es für sie nach Auckland, einer der Trampolinhochburgen in Neuseeland, wo sie weiter trainieren und sich sogar deutlich verbessern konnte.

Im Fokus standen im Februar die Bezirksmeisterschaften im Doppelmini in Ganderkesee sowie die Kreiseinzelmeisterschaft in Melle. Die Bezirksmeisterschaft Doppelmini war aus TVS Sicht sehr erfolgreich. Es gab gleich drei Vizetitel, (Esta Klenen, Maxima Handt, Jannis Bothmer) zweimal Bronze (Amelie Dieckmeier, Merle Ahlers) und einen vierten Platz (Johanna Arndt). Nur wenige Tage später fand dann schon die Kreiseinzelmeisterschaft in Melle statt. Hier stellte der TVS zahlenmäßig das größte Aufgebot. 23 der 112 Starter aus sieben Vereinen kamen aus Schledehausen. Und obwohl nicht alle unsere Leistungsträger dabei sein konnten und der ein oder andere noch etwas mit den neuen Übungen zu kämpfen hatte, standen am Ende wieder 3 Vizemeister (Merle Ahlers, Amelie Diekmeier, Esta Klenen), 1 x Bronze (Maxima Handt) 3x 4. Plätze (Freya Hinz, Henry Ahlers, Josefine Bone) sowie viele Finalqualifikationen zu Buchen.

Wiederum wenige Tage waren die Landesmeisterschaften Doppelmini in Laatzen angesetzt. In der Jugend A überzeugte Merle Ahlers mit nahezu perfekten Durchgängen und sauberer Haltung und holte sich die Vizemeisterschaft. In der Jugend B sprang Maxima Handt mit ebenso überzeugender Leistung zu Bronze und Amelie Diekmeier – im Vorjahr noch erste in der Jugend C – schaffte auf Anhieb auch in der neuen, schwereren Leistungsklasse den Sprung ins Finale und am Ende Platz 5. Noch spät am Abend wurde dann das Finale um die Landesmannschaftsmeisterschaft geturnt, dass unsere drei trotz fehlender Streichwertung souverän erreicht hatten. Und für den ein oder anderen Experten überraschend, aber nicht unverdient, zogen die drei mit sauberen, schwierigen Durchgängen an favorisierten Teams vorbei und sicherten sich am Ende Silber! Ein wirklich toller Wettkampftag, konnte doch jede TVS Starterin mit mindestens einer Medaille nach Hause fahren

Tja, und dann, als der Blick schon Richtung weiterer Landesmeisterschaften, dem Landesturnfest, aber auch der ein oder anderen Deutschen Meisterschaft ging, da kam er, der LOCKDOWN. Von jetzt auf gleich war alles anders, kein Sport, keine Schule und nur eine große, große Leere........Nachdem wir Trainer uns auch ein wenig gesammelt und orientiert hatten, in dieser neuen, ungewohnten Situation, wurde zunächst einzelne Challenges via Whats App an die TVS Wettkampftrampoliner geschickt, die wirklich äußerst kreativ und sportlich umgesetzt wurden. Und auch Hausaufgaben in Sachen Kondition, Kraft und Beweglichkeit gab es wöchentlich, teils auch abgestimmt mit den Landestrainern aus Salzgitter, für die ganzen Sportler aus der Wettkampfgruppe.

Und so kam es, dass die meisten, nachdem der Lockdown langsam gelockert wurde und Training in kleinen Gruppen und mit Hygienekonzept wieder möglich wurde, stärker auf das Gerät zurückkehrten, als sie vor der Pause waren. Neue Sprünge wurden einstudiert, an den Pflicht- und Kürübungen gefeilt. Und obwohl nach und nach jeder anstehende Wettkampf und sogar das Landesturnfest verschoben oder gar völlig abgesagt wurden, blieb die Motivation bei den Aktiven konstant hoch. Davor ziehen wir Trainer echt den Hut. Das Wetter war fantastisch und so konnte der ein oder andere Trainingstag auch draußen vor der Halle stattfinden. Jedes Mal ein Kraftakt, dort aufzubauen, aber durch die tatkräftige Unterstützung aller immer schnell gemacht.

Auch Insa war zwischenzeitlich gesund und munter aus Neuseeland zurück und konnte nach der Pflichtquarantäne wieder voll mit uns mittrainieren. Parallel bekam sie die Chance, zusammen mit Hannah aus Melle regelmäßig im Bundes- und Olypmpiastützpunkt Hannover zu trainieren.

Und gerade, als es wieder so richtig gut und rund lief und wir gar vom Verein die Zusage bekamen, ein neues Wettkampftrampolin bestellen zu dürfen, da schnellten die Coronazahlen wieder hoch und es kam, was kommen musste – die Turnhalle wurden Ende Oktober erneut für den „normalen“ Sportler geschlossen – Ende offen.....

Da Insa als Landeskadermitglied zu den Spitzensportlern gezählt wird und auch kurz vor ihrem erneuten Kadertest stand, darf sie vorerst im Einzeltraining 2x die Woche weiter trainieren in der Halle. Sehr ungewohnt und sehr still, so alleine in mit ihr in dem großen Hallenkomplex. Aber auch irgendwie schön und eine große Chance. Und aus der Ferne via Videotraining super unterstützt von der Landesstützpunkttrainerin Steffi aus Ganderkesee sowie dem Landestrainer Pavlo aus Salzgitter. Denn auch Kadermaßnahmen sind aktuell nur sehr eingeschränkt bis gar nicht möglich. Nicht vergessen werden darf auch das Engagement anderer Aktiver für und rund unserem Verein. So haben Merle Ahlers und Eleanor Peukert zu Jahresbeginn neben ihrer aktiven Wettkampfzeit auch noch den Übungsleiterschein Trampolin gemacht und unterstützten jetzt neben der Trampolin AG in ihrer Schule (Merle) auch die Nachwuchsgruppen von Maren und Sandra (Merle) sowie Eva in den Kinderturngruppen (Eleanor) sobald dort Hilfe notwendig ist. Aber auch Tristan Peukert ist nach seiner FSJ Zeit weiterhin für uns aktiv und kümmert sich dazu auch noch um die Desinfektionsmittel etc. im Rahmen des Hygienekonzeptes.

 

Normalerweise folgt jetzt immer mein Ausblick auf das neue Jahr. Nur wie soll der ausfallen? Keiner weiß was Genaues und auch hellsehen können wir (zum Glück) nicht. Daher bleibt nur zu hoffen, dass alle gesund bleiben, wir sehr bald wieder gemeinsam Sport treiben dürfen.

Ich muss sagen, gerade nach einem so bewegten Jahr wie diesem, bin ich stolz auf unsere Sportler/Innen und ein Teil der großen TVS Familie sein zu dürfen!